Virus-Pause: Womit wir uns zur Zeit beschäftigen (Teil II)

Ein Nachtrag zum letzten Repair-Café vor der Corona-Pause:

Unsere bisher letzte Anmeldung (Nr. 36) im letzten Café vor der erzwungenen Pause, eine Kaffeemaschine mit Mahlwerk, die keinerlei „Leben“ mehr zeigte, konnte nur noch geöffnet und die Steuerung ausgebaut werden.

Die Besitzerin der Maschine war damit einverstanden im April wieder zu kommen und alle zugehörigen Unterlagen mitzubringen. Die April- und Mai-Cafés fielen aus bekannten Gründen aus. In der zweiten Mai Hälfte traf die Dame einen unserer Reparateure, nennen wir ihn Mr. X, per Zufall auf der Straße und fragte ihn, ob im Juni das Repair-Café wieder öffnet, da sie seit März die zerlegte Kaffeemaschine im Auto spazieren fährt. Mr. X bot ihr an, sich der Maschine anzunehmen und gab der Dame seine Adresse um ihm die Maschine zu überbringen.

Mr. X machte sich an die Arbeit. Recherchen im Internet und Kontakte mit dem Hersteller zogen sich über mehrere Wochen hin mit dem Ergebnis: Die Baugruppe gibt es nicht als Ersatzteil und „ein Schaltplan liegt uns nicht vor“ (Zitat des „Herstellers“) und dies für ein Gerät das ca. drei Jahre alt ist!

Einfach Wegwerfen kam für Mr. X nicht in Frage sein Ingenieur-Ehrgeiz war geweckt. Diverse Überlegungen und Tests führten ihn dann auch ohne Schaltplan schließlich zu einem defekten Bauteil, einem integrierten Spannungsregler für die interne Betriebsspannung. Nach dem Austausch durch einen neuen (Kaufpreis im Elektronik-Laden 1 Euro) produziert die Maschine wieder köstlichen Kaffee! Entsprechend stolz informiert Mr. X die Dame.

Beim Abholen der reparierten Kaffeemaschine

zeigt sie sich spendabel.

Der Wein und die Schleckerei seien für den Reparateur und die Dankeskarte mit einer Spende für unser Repair-Café.

Mit dreieinhalb Monaten Reparaturzeit war dies bisher unsere längste Reparatur – doch letztlich wurde erfolgreich die Maschine vor dem Müll gerettet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.